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Operative Verfahren bei BelastungsinkontinenzDie Operationsverfahren zur Therapie der Belastungsinkontinenz haben in den vergangenen Jahren rasante Fortschritte gemacht. Besonders durch die Anwendung moderner urethraler Bänder werden heute wesentlich bessere Ergebnisse erzielt als noch vor einigen Jahren.

Die etablierten Operationstechniken, die je nach Ursache der Inkontinenz (Blasenschwäche) zur Anwendung kommen, sind vielfältig. Das Spektrum reicht von Operationen, bei denen das Gewebe gestrafft und die Beckenorgane angehoben werden, über die Implantation von Kunststoffnetzen und Schlingen bis zur Versorgung der Patienten mit künstlichen Schließmuskeln.

In den vergangenen Jahren hat sich die spannungsfreie Implantation von Polypropylenbändern (TVT = tension free vaginal tape oder neuerdings das TOT = transobturatorisches Tape) als Therapiemethode für Inkontinenz weltweit verbreitet. Die Operationstechnik ist minimal invasiv, das heißt, es ist nur ein ganz kleiner Eingriff erforderlich. Dabei wird ein Band unter die mittlere Harnröhre gelegt. Die Einlage des Bandes erfolgt von der Scheide aus und ist in örtlicher Betäubung unter der Gabe von Beruhigungs und Schmerzmitteln möglich. Da sich das Netzgewebe des Bandes nicht dem Wachstum des Organismus entsprechend dehnen kann, sollte der Eingriff allerdings nicht bei Patientinnen mit noch bestehendem Kinderwunsch durchgeführt werden. Mittlerweile werden mit dem TVT Verfahren Langzeitkontinenzraten nach fünf Jahren um die 80 Prozent erzielt. Dadurch wird der äußere Schließmuskel aufgepolstert und kann so seine Verschlussfunktion wieder wahrnehmen. Dieses Verfahren wird sowohl bei Frauen als auch bei Männern mit Inkontinenz angewandt. Zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz werden unter örtlicher Betäubung feine Injektionsnadeln durch die Harnröhre vorgeschoben. Dann wird an vier ringförmig angeordneten Punkten das bulking agent in die Wand der Harnröhre injiziert. So wird die Harnröhre von einem kleinen ringförmigen Wulst verengt und der Harn kann zum Beispiel beim Niesen oder beim Sport besser zurückgehalten werden. Der Eingriff dauert lediglich 15 Minuten. Seltene Nebenwirkungen sind kurzfristige Schmerzen beim Wasserlassen, vorübergehende Dranginkontinenz und Schwellungen im Genitalbereich. Der künstliche Sphinkter ist ein dreiteiliges Kunststoffsystem, das mit Flüssigkeit gefüllt ist und aus einem Reservoir, einer Pumpe und einer Harnröhrenmanschette besteht. ber den Flüssigkeitsaustausch in den Röhren des Systems wird über die Harnröhrenmanschette ein Druck aufgebaut, der die Harnröhre verschließt und so der Inkontinenz entgegenwirkt. Der Patient/die Patientin kann den Druck manuell ablassen und so eine Harnblasenentleerung herbeiführen. Das Risiko hierbei besteht im üblichen Operationsrisiko, Infektionen und Fehlfunktionen des künstlichen Schließmuskels.
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