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Um den Umfang eines Gebiets auszudr und es gegen ansto Gerichts oder Grundherrschaften abzugrenzen, wurden Hoheitssteine, auch Gerichts oder Bannsteine genannt, aufgestellt. Solche Steine waren in der Regel mit Wappen geschm Das Wort Mark hat entsprechend seinem doppelten Geschlecht auch eine doppelte Bedeutung. Das Mark ist eine Grenzbezeichnung, Stein oder Baum usw. Die Mark bedeutet das abgegrenzte Gebiet selbst, die Markung.

Als die Alamannen Schwaben von den Gegenden, die wir heute bewohnen, Besitz ergriffen, schieden sie das einer Sippe zugeteilte Land von dem der benachbarten Sippen durch eine Grenzlinie. Man nannte das einer Sippe geh Gebiet: Geschlechtsmark. Umfa eine Sippe mehrere D so wurde der Grundbesitz jedes einzelnen Dorfes von dem der D getrennt, und es entstand die Dorfmark. Innerhalb der Dorfmark wurde wieder die Allmende (Gemeinmark) von dem Privatbesitz (Hofmark) gesondert und die eigenen G in Parzellen abgeteilt. Zu Grenzbestimmungen wurden Markb Markh und Marksteine verwendet. In B und Steine wurden h eiserne N getrieben. So stand i. J. 1732 in Kronwinkel bei Tannheim ein gro Nagelstein, der nicht blo als Mark sondern auch als Jurisdiktions (Gerichtsbarkeits ) und als Triebstein zur Bestimmung der Wcidegrenze diente, d. h. bis zu diesem Stein durften die Weidetiere eines Dorfes getrieben werden. Das war von Bedeutung, weil die Weiden zu jenen Zeiten, da es Sommers keine Stallf gab, etwas au Wichtiges war, u. sie pa einander scharf auf. Als Gerichtsstein dann brachte dieser Grenzstein zum Ausdruck, da rechtliche Verh innerhalb dieser Grenze von der dem Dorf stehenden Herrschaft geordnet, Vergehen, die innerhalb derselben vorkamen, von ihr geahndet wurden. Auch der Aberglaube hat sich der Grenzsteine bem Durch Einschlagen einer bestimmten Zahl von N hoffte man Krankheiten zu heilen oder auf andere zu einen feindlichen Zauber unwirksam zu machen, einen Geist zu bannen, einen Dieb zu ermitteln.

In B und Steinen wurde durch Einschnitte oder Rillen die Richtung des Grenzlaufs angegeben. Solche Einschnitte hie man L u. Lexinnen, die Rillen aber G(e)rinnen oder Scheidkerfe.

Ammern bei T geh fr zum reichs unmittelbaren Kloster Obermarchtal. Darum st man z. T. heute noch an der Grenze seines Gebiets auf mehrere Hoheitssteine mit Wappen. Au dem Marchtaler Schl und Schwert erscheint der Bebenhausische Pr f Unterjesingen, die T Fahne f Schw und das (Oberhohenbergsche) Wappen f Hirschau und Wurmlingen. Nat waren wie heutzutage auch die Anfangsbuchstaben der Ortsnamen in die Steine eingehauen z. B. A. H. J. T. W. Mitunter trugen die Steine auch Jahreszahlen. Die einzelnen Scheidsteine, wie sie auch genannt werden, waren wieder mit besonderen Kennzeichen versehen, die verschiedene Formen aufweisen wie u. a. Der Gestalt nach waren die Steine in der Regel viereckig, bald gro bald klein. Sie kamen auf Zeugen zu liegen. Unter Zeugen verstand man Kieselsteinchen, Glassplitter, Kohlen oder eigens hief gebrannte kleine runde Ziegelscheiben.

die Markung f man ein Steinbuch. Ein altes Steinbuch wird in den Marchtaler Akten f Ammern 1738 erw Es z auf der Markung insgesamt 108 Steine auf!

Zeitweise, manchmal allj wurde die Markung von vereidigten Unterg der betreffenden Gemeinden und von Vertretern der beteiligten Herrschaften umgangen oder umritten. Die Flurumg spielten sich oft in feierlicher Form unter Mitnahme weltlicher oder kirchlicher Symbole mit Musik und Trommelklang ab und fanden ihren Abschlu in einem fr Gelage. An der Hand des Steinbuchs wurden etwaige Fehler in der Vermarkung festgestellt und ihre Berichtigung entweder sofort vorgenommen oder in die Wege geleitet. Auf unbefugtes und eigenn Vorr der Marksteine waren empfindliche Strafen gesetzt. Der Volksglaube lie die Steinfrevler noch nach ihrem Tode als Geister umgehen. In dem Ammern’schen Markungsbeschrieb vom Jahre 1671 wird genau angegeben, wo sich die einzelnen Marksteine befinden, in welcher Richtung und Entfernung von einander sie angebracht und mit welchen Zeichen die Steine jeweils versehen sind. ein Stein, der im Sumpf versunken war, wurde 1671 wieder gehoben, ein Bannstein, den das Wasser umgerissen hatte, neu aufgerichtet, 1713 wurden 2 frische Steine gesetzt, 1738 wieder ein versunkner Stein heraufgeschafft und der nachgesetzte Stein eingezogen. Ein durch das Ackern umgef Stein fand 1749 eine vorl Aufstellung, bis die Sache besser untersucht sei. Das waren hochwichtige Dinge, die man genau buchte, und wobei sie einander scharf auf die Finger sahen. Mit einigem Schmunzeln lesen wir folgende Geschichte. Ein oberhalb der Klinge stehender Stein wurde 1769 auf Ansuchen des Schulthei von Hirschau von den beiderseitigen Unterg ausgehoben und untersucht und da keine Zeugen dabei gefunden wurden, eintr verworfen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Steine auf der H besichtigt und dabei die Entdeckung gemacht,
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da die Hirschauer beim letzten Holzf den kleinen Stein Nr. 106 merklich haben. Die Hirschauer entschuldigten sich, als man ihnen das vorhielt, damit, sie h von diesem Steinlein nichts gewu und das sei nicht absichtlich geschehen. Sie verlangten aber, da man auch dieses Steinlein aushebe und untersuche, damit man sehe, ob es eine Markung w was auch geschehen ist. Da man auch bei diesem kleinen Stein keine Zeugen fand, obwohl das in dem beiderseitigen Markungsbeschrieb ausdr bemerkt war, weigerten sich die Hirschauer Unterg ihn wieder einzusetzen, indem sie erkl sie seien nicht befugt, ohne bessere und fernere Untersuchung die angesonnene Einsetzung des Steines vorzunehmen. Und so ging man auseinander und setzte die Sache vorerst aus. Die Hirschauer aber rieben sich vergn die H Wenn schon denn schon!

Die feierlichen Markungsumg die zu den bedeutsamsten Erscheinungen im Dorfleben geh wurden um 1600 allj sp nach l Zeitabschnitten vorgenommen. Die Alten mu da gewisserma die Zeugenschaft der Vergangenheit mitbringen, die Jungen f die Begebnisse f sp in sich aufnehmen. Um die Vorg des Steinsetzens m eindrucksvoll zu gestalten, gab man den jungen Teilnehmern eine t Ohrfeige, oder wurde ein M auf den Stein gesetzt und gepufft oder geh wie man auch sagt, und man sang, indem man um sie tanzte:

I h di, i h di, der Stei‘ steht in der Erde,

Und wer no net geh ist, mu heut no g’h werde.

Sehr anschaulich spiegelt sich die Bedeutung der Marksteine und die Feier des Flurzugs wider in einem in der Deutschen Landbuchhandlung, Berlin 1910 als 8. Heft der Dorfb erschienenen und von Hugo Greiner verfa dreiaktigen historischen Schauspiel, das den Titel f ern Unfriede verzehrt. Die Gemeinde E erh ihren Untergang, der bei einem Stein von 1650 endigt. Hier bekommt ein Knabe durch einen Schlag auf die Wange seinen Denkzettel mit den Worten: wo der Stein steht, merk, wo die Grenz geht: da ich hief dein Ged st nimm von meiner Hand diesen Merk Ins Dorf zur werden die Teilnehmer an der Feier mit Trunk und Bretzeln bewirtet und freuen sich an Spiel und Tanz. Um die fetten Weiden der Markung E in ihren Besitz zu bringen, legen einige M der Nachbargemeinde D den ihnen im Wege stehenden Grenzstein kurzer Hand um und treiben ihr Vieh in die fremde Flur. Aber die von E, noch rechtzeitig auf den Anschlag aufmerksam gemacht, eilen zur Stelle, und es kommt zum Kampfe, bei dem die von D den k ziehen. Jahrelange Feindschaft ist die Folge dieses Vorfalles, bis es endlich durch das Entgegenkommen der Gemeinde E gelingt, den Frieden wiederherzustellen. Der Vorgang ist lebendig und auch mit Humor geschildert. Der ausgehobene Stein wird feierlich an seinen alten Platz gesetzt und dann ein Vers gefeiert. Die Auff dieses St ist f l Kreise sehr zu empfehlen. An Pfingsten 1914 wurde damit auf der Freilichtb zu Sommershausen bei Reinstetten ein gelungener Versuch gemacht, der Tausende von Menschen anzog und hochbefriedigte.

Anmerkung: Unter den alten Grenzsteinen hat es wahrhaftige Schmuckst und Kunstst mit den allerinteressantesten Zeichen, die die Steine seltsam beleben.

In unserer Abbildung sind es Zeichen an den Grenzen der verschiedensten Gemeinden. z. B. 1. Pflugeisen f Derendingen oa. T 2. Pflugmesser f Hildrizhausen im Sch 3. Schnecke f Lienzingen oa. Maulbronn (man hei die Lienzinger ja auch Schnecken), 4. Hafte f Aufringen oa. Herrenberg. 5. Zeichen f Wankheim. 6. Ilge (Lilie) f Kuppingen. 7. Gansfu f G oa., Herrenberg. 8. Zeichen f Gomaringen. 9. Das Hirschhorn in verschiedenen Formen neben andern Zeichen als Zugeh zu W 19. Mistgabel im Schwarzburgischen. 11. Semmelbrot f T Spital, das Stiftungen zur Verteilung von Wei unter die Armen hatte. 12. Kreuz bei G (ehemalige Karthause) bei Urach. 13. Kreuz bei Hemmendorf oa. Rottenburg, das dem Johanniterorden geh 14. Zeichen bei M a. E. Lieber Heimatfreund, du kannst noch mehr davon lesen in einem Buch Beitrage zur Rechts und Wirtschaftsgeschichte des w Bauernstandes von Th. Knapp. Suche selber auch in deiner Gegend nach solchen Zeichen und Grenzsteinen, halte sie wert und sch sie als ein St Heimatgeschichte.

Quelle: Hoheits und Marksteine. Nach Mitteilungen von Pfarrer Dr. Johner, Reinstetten. In: Unsere Heimat, W Monatsbl f Heimat und Volkskunde. 1. Jahrgang. 1921, Nr. 11, November 1921.
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