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Zur Einf Vor mir liegt ein unscheinbares, gedrucktes Heftchen, das ich der g Vermittelung eines Freundes verdanke. Seine Seltenheit es ist z. B. in keiner zug B in Innsbruck zu finden und darum seinem Inhalte nach kaum bekannt gab den Anlass, auch diese Aufzeichnungen eines Zeitgenossen in vorliegende Bl aufzunehmen und dadurch vor Vergessenheit zu bewahren.

Das bescheidene B f den Titel: Geschichte meines fr entschlafenen Vaters, Herrn Cornel Schwarz, weil. Pflegers von Saalfelden im salzburgischen Gebirgslande;“ ) sein Verfasser ist des Geschilderten Sohn“, P. Heinrich Schwarz O. S. B., Conventual des Benediktinerstiftes Michaelbeuern. )

) Gedruckt Salzburg 1862. Druck der Bndl und Penker’schen Buchdruckerei. Erg wird es durch ein zweites B erschienen ebendaselbst 1864 Geschichte meiner seligen Mutter der Wohgebornen, Gn Frau Theresia Schwarz, Landrichters Witwe von Saalfelden“ ebenfalls von P. Heinrich Schwarz herausgegeben.

) Einschl Notizen verdanke ich Seiner Gnaden Abt Wolfgang Stockhammer von Michaelbeuern. Heinrich Schwarz, 1819 zu Saalfelden geboren, trat in den Benediktinerorden, wurde 1845 Pr der Konventschule des obgenannten Stiftes, welche Stelle er 40 Jahre bekleidete.

Cornel Schwarz stammte aus dem Allg wo er zu Wangen 1774 als Sohn eines armen Leinwebers geboren in d Verh aufwuchs. Seine Studien begann er in Ottobeuern und vollendete solche in Salzburg, wo F Graf Colloredo ihn erst als Lehrer im Kapellhause anstellte und dann in die juridische Praxis versetzte. Nachdem er mehrere Posten im Salzburgischen bekleidet, kam er 1805 als Adjunkt nach F im Zillertale, wo er durch seinen Freund Dechant Johann von Waldreich mit Theresia Fellensteiner von Neumarkt getraut wurde. Die Ereignisse des Jahres 1809 zwangen ihn, wie aus seinem hervorgeht zur Emigration; er fand erst in Teisendorf und Thalgau eine neue Stellung und ward 1811 zum Landrichter in Saalfelden bef Als im gleichen Jahre noch der Markt durch einen verheerenden Brand verw wurde, verungl Cornel Schwarz damals durch einen Sturz vom Wagen, blieb aber trotz eines dabei zugezogenen innern Leidens durch volle zw Jahre ein Helfer“ der ihm unterstellten Gemeinden. K Max I. von Baiern und nach dem Anfall Salzburgs an auch Kaiser Franz I. erwiesen dem eifrigen Beamten ihre Gnade. Er starb am 22. November 1822. )

) Nach P. Heinrich Schwarz zum Tagebuche“.

F unterstand in jener Zeit noch der salzburgischen Landesadministration und ist es n zur Erkl einzelner Stellen des noch dasjenige vorauszuschicken, was der Sohn“ die amtliche Stellung seines Vaters erz wobei wohl anzunehmen ist, dass derselbe als Ordensmann sich nur an wahre Tatsachen gehalten. Er schreibt also: (seine Eltern) h dort (F das angenehmste Leben f k wenn es nicht von boshaften Leuten getr worden w Das ging aber so. Damals wurden beide Pfleggerichte Zell am Ziller und F gemeinsam von einem Pfleger, Herrn Josef von Pichl (seit 1795) verwaltet: die Oberaufsicht des Pfleggerichtes zu F versah nur der Verweser oder wie man auch zu sagen pflegte der Pflegskommiss Pichler. Dieser hatte einen Sohn, Albert mit Namen, der nichts sehnlicher w als nach dem Tode seines Vaters die Anstellung desselben zu erhalten. Er sah, da mein Vater von dem Volke sehr gesch und geliebt werde. Sogleich erwachte in dem Herzen des argw Mannes der Gedanke, als wenn mein Vater ihm den sehnlich erwarteten v Dienst abringen und seine Hoffnungen vereiteln wolle. Mein Vater war ihm ein Dorn im Auge. Bald darauf kam jene unruhige Zeit, wo die Tiroler sich von der Herrschaft Bayerns frei machen wollten und allen bayerischen Beamten den Gehorsam aufk Wie kann man sich dar wundern, dass jener feindselige Mann nun dachte, jetzt sei es an der Zeit, seine Rache an meinem Vater auszulassen, die Tiroler aufzuhetzen, ihn bei dem Volke als einen gef Mann zu schildern, der mit den Bayern, den Feinden des Vaterlandes, im Einverst sei und ihren Untergang beabsichtige? Durch solche niedrige Cabale und l Ausstreuungen wurde mein Vater den Tirolern so verhasst gemacht, dass er sich fl musste. Losgerissen von seiner geliebten Frau und seinen Kindern, die er dem v Schutze seines treuen Freundes, des sel. Herrn Dechants von F Johann von Waldreich zu Ehrenport, empfahl, ge durch hundert Sorgen und Phantome verlebte er zu Teisendorf traurige Tage. Was er damals in seinem gef Herzen gelitten hatte ist von ihm in seinem aufgezeichnet worden und dieses will ich nun meinen freundlichen Lesern mitteilen. ) Meine Mutter trug wegen der Ver desselben mancherlei Bedenken und meinte, es k dieses zu verschiedenen Verdrie Anlass geben. Da aber Irren und Jemanden verkennen etwas Menschliches ist, und die arge Verkennung meines Vaters nur einzelnen Personen nicht aber dem gesamten biedern Volke Tirols angerechnet werden kann, da es immer etwas Ehrenvolles ist, trotz aller Anfeindungen und Verfolgungen treu dem Landesherrn zu bleiben, mag dieser sein, wer er will, und mein Vater seine unverbr Treue unter Szepter ebenso bewahrt hatte wie unter bayerischer Herrschaft, da endlich dieses Tagebuch einen Spiegel seines Lebens wie auch einen nicht uninteressanten Beitrag zur Geschichte jener Zeit bildet, so sehe ich nicht ein, warum ich dasselbe nicht aus der Verborgenheit hervorziehen sollte.“

Soweit die Worte des Sohnes zur Verteidigung seines Vaters, der im Gegensatze zu manchen anderen bayerischen Kreaturen gewiss ein ehrlicher und ehrenhafter Beamter gewesen, wie dies auch aus seinem hervorgeht.

) In diesen Bl ist selbstverst nur jener zusammenh Teil aufgenommen, der sich direkt auf die Vorg im Zillertal bezieht.

Am 11. April 1809.

Man konnte zwar ohne vielen prophetischen Geist voraussehen, da das am Horizont gesammelte drohende Ungewitter des Krieges bald losbrechen werde. Aber wenigstens im ruhigen Zillertale brachte die Nachricht, da ganz Tirol im Aufstande sei, die Wirkung eines nahen Donnerschlages in jedem Herzen hervor.

Gestern noch h man nur, da die in Tirol befindlichen befindlichen bairischen Truppen sich unruhig hin und her z da sie Br abtragen wollten, wogegen sich das Landvolk str aber von keiner feindseligen Handlung ward eine Meldung gethan. Heute auf einmal kommen Fl hier an und Fluchtf im ganzen Innthale ert die Sturmglocke, und bereits an mehreren Orten soll bairisches Milit entwaffnet und vom Volke gefangen worden sein.

Die Sage erhebt sich, da am 8. d. M. die k. Heere unter Voraussendung mehrerer Proklamationen die Gr gegangen seien.

Am 12. April.

Unter Tags erh sich die gestrige Sage. Das Milit so zu Stra und in den n Ortschaften lag, soll in der Nacht von gestern auf heute Achental nach Baiern entkommen sein.

Abends um 7 Uhr kamen auf einmahl unter Eskorte von 20 Landst 129 k. b. Gefangene nebst 3 H. Offizieren hier an. Sie wurden im Dorfe F einquartiert, und gingen andern Tags Zell und Gerlos weiter unter Begleitung hiesiger Sch Am 13. April.

Um Mittagszeit kamen bei 1300 baierische Gefangene hier an, begleitet von tirolischen Sch und St Die dabei befindlichen 39 Offiziere wurden hier gespeist und auf W nach Zell gef von wo ihr Weg weiter die Gerlos gieng.

Unter diesen Gefangenen befanden sich mehrere Stabsoffiziere und namentlich ein Oberstlieutenant von Bernklau. Kaum waren die Gefangenen hinweg, als der freudige Jubel erscholl, da k. k. Milit die Gerlos her gekommen, auf W von Zell her, eintreffen werde. Wirklich trafen sie ein gegen 5 Uhr Abends. Ein Oberstlieutenant Baron von Taxis sprengte voran, den Hut in der Hand, salutierte das Volk herablassendst, fiel einem jungen Tiroler Sch umarmend um den Hals, und unter lauten Rufen: es lebe der Kaiser! flog er im Galoppe davon gegen Schwaz. Ihm folgten gleich auf dem Fusse 2 Compagnien von Devaux, 2 Compagnien J und 1 Compagnie der Neumarkter Landwehre. Ohne Aufenthalt eilten sie vorw Am 14. April.

In der Fr kamen noch Einige von Landwehr und Milit hier durch, die auf W nach Schwaz transportiert wurden.

Von Innsbruck her erscholl der Ruf, die Baiern seien zwar alle gefangen und bereits theils Gerlos, theils Rattenberg theils Pusterthal abgef Da aber von Italien her Franzosen im Anmarsch seien, so m alle wehrbare Mannschaft dahin aufbrechen. Wirklich zogen hier die Landst von Ried und Uderns durch.

Nachmittags kamen die St von Stum. Mit wildem Get umzogen sie die Pflege. Ich in der Kanzlei befindlich, verf mich, um ihr Verlangen zu h vor die Th Barsch wurde ich angefahren: wo sind ihre Leute, sind sie hergerichtet, sie m mit uns! Diesen und dergleichen Aufforderungen begegnete ich mit den gelassensten Vorstellungen; da nach hiesiger Verfassung kein Landsturm bestehe, da eine ansehnliche Zahl Rekruten gestellt worden, die Landwehre ausgezogen seie, ihre Erg bevorstehe, die Sch selbst Transportdienste verrichteten, und auch auszuziehen bereit seien, wenn h Orts hiezu Befehl k Diese beantwortete der Schmid Grans in der M damit: ja, wenn wir auf der Herrenwort gewartet und gelagert h w wir alle betrogen gewesen.

Noch beim Abziehen, welches erst dann erfolgte, als man ihnen sagte, diessfalls einen Eilboten nach Zell an dortige k. k. Commission zu schicken und dort anzufragen, schreien sie drohend: wenn es nicht gut geht, und wenn von euch Niemand nachkommt, dann helf euch Gott!

Mehrere hiesiger Unterthanen kamen einzeln und fragten mich ob sie ausziehen m Jedem sagte ich: da ich es ihnen nicht befehlen, noch nach den fr Weisungen rathen k Endlich kamen Lorenz Fichtl in der Ed und Michl Aigner, Wirthe, und erkl doch lieber ausziehen zu wollen, als sich, wie die Stummer gedroht h die H abbrennen zu lassen. Es zog also ein Haufe St und Sch regellos und ohne Munition nach Stra kehrte aber gleich von dort wieder zur weil die Franzosen, ) 4000 Mann stark, sich bereits ergeben hatten.

) Gemeint ist wohl Bisson’s Kapitulation in Wilten.

Vom 15. bis 21. April.

Schon lange hatte in den Herzen der Zillerthaler, wie ein geheimer Funke, das Verlangen, sich an Tirol anzuschliessen und von Salzburg zu trennen, geglimmt. Nun fieng dieser Funke an, in helle Flammen auszubrechen. Neidisch hatte der Salzburger die scheinbar bessere Verfassung Tirols angesehen; immer gr Druck geklagt. Nun sollte er, nach so zahlreich gestellten Rekruten. nach so betr ausgehobener Landwehre, nach so grossen Opfern noch pers gleich dem geschonten Tiroler die Waffen in der Hand sich selbst vertheidigen. Schon die geographische Lage, Sitten und Gebr machten ihn zum Tiroler, warum sollte er nicht den Zeitpunkt, der ihn hoffen liess, es auch politisch zu werden, ben Ohne geistlicher oder weltlicher Obrigkeit eine Meldung dieses Vorhabens zu machen, fuhr eine F Deputation, bestehend aus den Wirthen Schmuck und Aigner nach Innsbruck, machte dort dem Intendanten Hormayr die Er von nun an sich in Defension des Vaterlandes an Tirol anschlie zu wollen, dagegen sie aber hofften, zum Lohn ihrer Verdienste von Salzburg getrennt und mit Tirol consolidirt zu werden. Die Intendantschaft ergriff den Antrag mit Freude, machte ihnen die sch Verheissungen und forderte sogleich durch eine gedruckte Proklamation nicht nur die Zillerthaler, welche schon im Jahre 1703 auf den Gebirgen von Rattenberg und bei der Br zu Rottholz ihren Heldenmuth bewiesen hatten, sondern auch die Gebirgsbewohner Salzburgs auf, zu den Waffen zu greifen.